Aischgründer Karpfen

Aischgründer Spiegelkarpfen, Cyprinus Carpio

Die Mönche brachten den Karpfen in den Aischgrund

Die Mönche brachten den Karpfen in den Aischgrund

Im Aischgrund konnten viele Flächen aufgrund des hohen Grundwasserstands nicht landwirtschaftlich genutzt werden. Daher wurden dort bereits im Mittelalter Teiche angelegt. Vor allem die Mönche der umliegenden Klöster förderten die Fischzucht, da sie während der Fastenzeit einen großen Bedarf an Fisch hatten. Das Gebiet der Aischgründer Teichwirtschaft gehörte fast in seiner gesamten Ausdehnung zum ehemaligen Hochstift und Fürstentum Bamberg.

Mit Karpfen ließen sich auf dem Markt hohe Preise erzielen,
denn Fisch war teurer als Fleisch.


Das heißt aber nicht, dass der Karpfen ausschließlich den Reichen vorbehalten war. So schrieb der Bischof Johannes Dubrav von Ölmütz (1486-1553): "Auch das Volk gönnt sich diesen Überfluss und beschwert seinen Tisch so oft als möglich mit diesem Gericht. Und dem Stadtvolke tun es die Landleute nach, vor allem zur Zeit, da sie wegen des Marktes Städte und Dörfer besuchen und nicht eher wieder auf Land zurückkehren ehe sie mit dem Karpfen - auch wenn er noch so teuer erkauft ist - ihren Kropf gefüllt haben."

Karpfen gibt es nur in den Monaten mit "r"

Der Aischgründer Karpfen hat einen flachen Körper mit glattem Bauch und einigen Schuppen entlang des Rückens und der Flossen. Seine Bauchseite ist cremefarben, sein Rücken dunkelgrau bis olivgrün. Sein festes, fettarmes Fleisch ist reich an Omega-3-Fettsäuren und Eiweiß. Karpfen gibt es nur in Monaten mit "r", also von September bis April.

Dass es von Mai bis August keinen Karpfen gibt, ist einer Hygienevorschrift aus früheren Zeiten zu verdanken: Wenn es heiß war, konnte man den Karpfen weder lebend noch geschlachtet transportieren.


Auch wenn der Transport heute kein Problem mehr wäre, hat man die alte Regelung beibehalten - die Vorfreude auf die Saisonspeise wäre sonst dahin. In der Karpfensaison aber kann man ihn auf vielfältige Weise genießen: "blau" im Essigsud gegart, fränkisch in Mehl gebacken, als Filetstücke im Bierteig gewälzt oder als Suppe.

Drei Jahre vom Karpfenei bis zum ausgewachsenen Speisefisch

Bis der Aischgründer Karpfen schlachtreif ist, dauert es drei Jahre. Bayern produziert mit ca. 6.000 Tonnen pro Jahr gut die Hälfte der deutschen Karpfen. In Mittelfranken wird von ca. 1.200 Erzeugern in über 3.300 Teichen mit 3.000 Hektar rund ein Fünftel der deutschen Speisekarpfen produziert. Davon stammen 1.200 Tonnen aus dem Aischgrund.

Geschützte Spezialität

Aischgründer Karpfen ist seit November 2012 als geschützte geografische Angabe (g.g.A.) gemäß der Verordung (EU) 1151/2012 bei der EU eingetragen (siehe Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1096/2012). Damit ist diese Bezeichnung in allen Mitgliedsstaaten der Gemeinschaft geschützt und darf nur von Erzeugern genutzt werden, die die Vorgaben des Einzigen Dokuments einhalten. Diese werden in einer jährlich von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft aktualisierten Herstellerliste veröffentlicht.

Kontakte

Aischgründer Karpfenschmeckerwochen
Kreisfremdenverkehrsamt/Touristinformation
Hauptstr. 1
91443 Scheinfeld
Telefon 09162/12424
www.karpfenschmeckerwochen.de

Teichgenossenschaft Aischgrund
1. Vorsitzender Walter Jakob
Ortspitz 4
91359 Leutenbach
Telefon 09548/8362
www.karpfenland-aischgrund.de