Allgäuer Romadur

Bayerischer Romadur

Herzhaft-pikanter Weichkäse mit Rotschmiere

Herzhaft-pikanter Weichkäse mit Rotschmiere

Der Romadur ist ein Weichkäse mit Rotschmiere. Nach der Deutschen Käseverordnung darf er zwischen 80 und 180 Gramm wiegen. Im Handel liegt das gängige Gewicht bei 100 bis 125 Gramm. Der Romadur ist rindenlos und hat eine gelbe bis rote Oberflächenfarbe. Innen ist er mattglänzend. Der Käse reift natürlich und besitzt eine cremig-weiche Konsistenz. Im Geschmack ist er herzhaft-pikant, aber meist etwas milder als der Limburger. Romadur schmeckt besonders gut zu helleren Brotsorten, auf Toast und Laugenbrötchen und zu vollmundigen Weinen.

Jede Molkerei macht ihn ein bisschen anders

Romadur besteht aus Kuhmilch und wird in verschiedenen Fettstufen hergestellt. Der Kesselmilch wird Säurewecker und Lab hinzugegeben. Der entstehende Bruch wird in Haselnussgröße (etwas kleiner als beim Limburger) geschnitten und ohne Nachwärmen abgefüllt. Nach mehrmaligem Wenden kommt der Käse für zwölf bis 16 Stunden ins Salzbad. Anschließend wird er bei 14 Grad und mehr als 90 Prozent relativer Luftfeuchte 14 Tage gelagert. Während dieser Zeit wird der Käse mit Bacterium linens geschmiert. Generell kann aber man sagen, dass jede Molkerei den Romadur etwas anderes herstellt.

Herkunft nicht endgültig geklärt

Dem Namen Romadur werden zwei verschiedene Herkünfte zugeschrieben. Zum Einen soll sich der Name von dem Wort remoudre ("nochmal melken") aus dem Französischen herleiten. Dieses Wort kommt wohl etwa aus dem 16. Jahrhundert. Die Kühe wurden damals zweimal gemolken, der erste Teil wurde abgeliefert, der zweite Teil wurde für den Eigenverbrauch der Landwirte aufgehoben. Um diese gesondert gemolkene Nachmilch dann haltbar zu machen, wurde damit der Remoudou hergestellt. Unter dem Namen "Remoudou" wurde in Belgien ein pikanter Herve verkauft. Andere leiten es vom spanischen Ziegenkäse "ramdon" ("ramade" heißt Schafherde) ab, der die Spanier dazu verleitete, in ihren holländisch-flämischen Hoheitsgebieten den pikanten Herve danach zu benennen. Er ist wie der Limburger in den 1930er Jahren von Karl Hirnbein im Allgäu eingeführt worden. Seither wird er auch vorwiegend dort produziert.