Altbayerische Obstbrände

Jeder Brand ist ein Unikat

Brände sind die edelsten und häufigsten Produkte der altbayerischen Brenner. Sie werden ausschließlich aus Früchten und nur mit Hilfe natürlicher Umsetzungsprozesse hergestellt.

Weil die Ernte in Streuobstanlagen jedes Jahr anders ausfällt, lassen sich Brände nicht wiederholen.


Jeder Brand ist somit ein Unikat. Grundlage der altbayerischen Obstbrände sind die extensiv bewirtschafteten Streuobstwiesen mit hochstämmig und weitläufig gepflanzten Obstbäumen. Dieser seit Generationen so betriebene Obstbau passt gut in die kleinbäuerliche Erwerbsstruktur der hügeligen Voralpen. Der Landwirt konzentriert sich zwar auf die Milchwirtschaft, betreut zum Nebenerwerb aber auch mehr und mehr Obstbau auf den ansonsten schwierig zu bewirtschaftenden Hanglagen. Aufgrund ihrer Robustheit haben sich in den Streuobstanlagen viele alte Obstsorten erhalten. Die manchmal recht derbe Würze dieser Sorten und ihre Vielfalt prägen den Charakter altbayerischer Obstbrände.

Die altbayerischen Obstbrände haben einen Alkoholgehalt von 38 bis 45 Prozent. Dieser ist als Träger der zahlreichen Geschmacks- und Aromastoffe sehr wichtig. Der Alkohol entsteht bei der Gärung der Obstmaische. Hefepilze verarbeiten den Zucker der Frucht zu Alkohol. Je höher die Öchslegrade (Zuckergehalt) der Maische sind, umso höher wird die Alkoholausbeute. Alkohol und Aromastoffe werden nach einer gewissen Reifezeit der vergorenen Maische bei 80 bis 95 Grad vorsichtig und langsam destilliert.

Der Obstler wird aus Äpfel und Birnen gebrannt und ist der häufigste Obstbrand. Wenn die Äpfel wegen ihrer außergewöhnlichen sortentypischen Qualität sortenrein gebrannt werden, nennt man sie "Apfeledelbrand", wie zum Beispiel bei "Boskop" und "Gravensteiner". Wahre Spezialitäten sind die regional typischen Schnapsbirnen. Das sind meist über 100 Jahre alte Birnbäume. Auch Birnen werden sortenrein gebrannt und als Edelbrände angeboten. Der "Williams" ist der bekannteste Birnen-Edelbrand. In klimatischen günstigen Gegenden in Altbayern wird auch die Williams Christbirne erfolgreich angebaut. Der Zwetschgenbrand gehört ebenfalls zu den aromatischen Bränden. Das kommt daher, weil er in Altbayern fast ausschließlich aus der spätreifenden und aromareichen Hauszwetschge gebrannt wird. Manche Brenner lassen sie zusätzlich bis in den späten Herbst am Baum nachreifen bis sie schrumpelig werden. Die Kirschen für den Kirschbrand haben es im niederschlagsreichen Voralpenland nicht leicht. In manchen Jahren fällt die Ernte völlig aus. Und doch ist der "Kirsch" der Stolz eines jeden Brenners, auch wenn das Pflücken der kleinen Brennkirschen sehr mühsam und letztlich nicht rentabel ist. Sonstige Obstbrände spielen mengenmäßig eine eher untergeordnete Rolle, aber qualitativ runden Mirabellen, Renekloden, Quitten, Vogelbeere (Eberesche), Schlehen, Holunder und Kornelkirschen das Angebot der Altbayerischen Brenner hervorragend ab.

Südostbayerischer Verband der Obst und Kleinbrenner e.V
Hirnsberg 2 1/2
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Telefon 08053/1726
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