Bayerische Obstsäfte

Obst für den Saft kommt überwiegend aus Streuobstanbau

In der bayerischen Geschichte spielt der Obstbau in der Kulturlandschaft und somit auch die Obstsaftproduktion schon seit alters her eine bedeutende Rolle. So prägen Streuobstbestände in vielen Regionen die Landschaft. Die Obstsäfte werden meist von regionalen Erzeugergemeinschaften hergestellt. Dieser Zusammenschluss bietet sich für die Erzeuger an, da sie eher kleinstrukturiert sind und die Landwirtschaft oft nur im Nebenerwerb ausüben. Darüber hinaus gibt es in Bayern aber auch einige größere Obstsaft-Produzenten. Der Bayerische Obstsaft ist zu jeder Gelegenheit ein angenehm erfrischendes Getränk. Verdünnt mit Mineralwasser (50:50) wird er zu einem isotonischen Durstlöscher, der nicht nur bei Sportlern sehr beliebt ist.

Alte Hochstamm-Obstbäume sind die wichtigsten Lieferanten für das Obst, welches zu Saft verarbeitet wird. Im Gegensatz zu den hochstämmigen Sorten, die sich meist auf Streuobstwiesen finden, gibt es die niederstämmigen, welche sich beim Tafelobstanbau durchgesetzt haben und nur einen kleinen Teil zur Saftobsternte beitragen. Die Früchte werden auf ihre Qualität geprüft und aus hygienischen Gründen zunächst gewaschen. "Hartes" Obst (z. B. Äpfel) muss vor dem Auspressen zerkleinert werden. Dabei entsteht die sogenannte Maische. Für das Maischen gibt es verschiedene Verfahren. Bei der Eigenherstellung kann man per Hand zerkleinern, was allerdings ziemlich aufwändig ist.

Für einen Liter Saft braucht man ungefähr 1,3 bis 1,5 Kilogramm frisches Obst.


Beim professionellen Maischen werden Maschinen eingesetzt. So gibt es etwa Geräte, in denen ein Rotor das Obst gegen die Wand des Mahlraumes schleudert, an der sich gezähnte Messer befinden. Andere Geräte schleudern das Obst durch messerartige Sieblöcher an die Innenseiten des Mahlraumes. Zum Pressen für den Eigengebrauch verwendet man eine Obst- beziehungsweise Mostpresse. Der Saft, der dabei entsteht, ist trüber Apfelmost, der ohne weitere Behandlung innerhalb weniger Tage zu gären beginnt. Um diese alkoholische Gärung zu vermeiden, muss der Most auf mindestens 75 Grad erwärmt und heiß in vorgewärmte Gefäße abgefüllt werden, die ihrerseits sofort fest verschlossen werden müssen. Auf diese Weise konserviert bleibt der Most ein Jahr haltbar.