Frankenwein

Weinliebhaber haben die Wahl: weiß, rot oder rosé

Weinliebhaber haben die Wahl: weiß, rot oder rosé

In Franken werden Weißweine, Rotweine, Blanc de noirs, Rotling sowie Roséweine (Rosé, Weißherbst) erzeugt. Die fränkischen Weißweine zeichnen sich durch eine feine Fruchtausprägung aus, die auf die vorherrschenden geologischen Gegebenheiten und die klimatischen Bedingungen während des Reifeprozesses der Trauben (warme Tage und kalte Nächte) zurückzuführen ist. Das Farbspektrum der fränkischen Weißweine reicht von gelbgrün bis goldgelb. Die Rotweine sind vor allem von eleganten feinfruchtigen Aromen und einer samtigen Struktur mit dezenten Tanninen geprägt.

In kräftigen Rotweinen finden sich u. a. Aromen von reifen Beerenfrüchten sowie von Ausbau und Lagerung in Holzfässern unterschiedlicher Größe geprägte Noten von Vanille und Röstaromen.


Fränkische Rotweine weisen je nach Rebsorte unterschiedliche Rottöne von hellrot, über ziegel-, rubin-, granatrot, purpur, bläulich bis dunkelviolett, auch ggf. bräunliche Töne auf. Die Roséweine (Rosé, Weißherbst), Blanc de Noirs und Rotlinge zeichnen sich durch deutlich ausgeprägte Fruchtaromen und eine angenehme Frische aus. Fränkische Roséweine (Rosé, Weißherbst) und Rotlinge sind geprägt von hell- bis blassroter Farbe teilweise mit bläulichen Reflexen, Blanc de Noirs erscheinen dagegen wie Weißweine (farblos bis hin zu gelblich oder goldgelben Reflexen). Frankenweine werden vorwiegend aus den folgenden Rebsorten hergestellt: Müller-Thurgau, Silvaner, Bacchus, Kerner, Riesling und Blauer Spätburgunder.

Von Perlwein bis Federweißer: Was sonst noch möglich ist

Fränkische Weine können auch zur Herstellung von Qualitätsperlweinen und Qualitätsschaumweinen sowie zur Herstellung von Likörwein und Fränkischem Federweißer verwendet werden. Aus weißen Trauben hergestellter Likörwein ist blass hell bis bernsteinfarben mit hochreifen Aromen, die mitunter durch Honig, Nüsse und getrocknete Früchte geprägt sein können. Aus roten Trauben hergestellter Likörwein ist tief dunkelrot bis braunrot mit einem von dunklen Waldfrüchten geprägten Aroma. Wurde der Likörwein im Holzfass ausgebaut oder gelagert, lassen sich zudem Röst- und Karamellaromen herausschmecken. Bei hohen Alkoholgehalten macht sich meist eine deutliche Süße bemerkbar, es gibt aber auch trockene fränkische Likörweine. Fränkischer Federweißer ist aufgrund der sich in Schwebe befindenden Hefe hell eingetrübt. Sein Geschmack wird von Gäraromen bestimmt.

Landschaft und Klima prägen den Weinbau

Das Weinbaugebiet Franken wird räumlich durch die Mittelgebirge Spessart, Odenwald, Rhön, Hassberge und den Steigerwald eingefasst.  Das Flusssystem des Mains entwässert den gesamten Raum und ist gleichzeitig markantes Kennzeichen der Region. Mit Ausnahme des Vorspessarts sind die Gesteinsfolgen der erdgeschichtlichen Periode der Trias landschaftsbildend und prägend für den Frankenwein. Das Weinbaugebiet Franken zählt mit unter 550 Millimetern durchschnittlichem Jahresniederschlag zu den trockensten Regionen Bayerns. Im Winter dagegen sorgen kontinentale östliche Strömungen für eine starke Auskühlung mit der Folge von Winterfrösten und Spätfrösten.

Äbtissinnen begründeten den fränkischen Weinbau

Es wird vermutet, dass Wein in der Frankenregion schon zur Zeit der Römer angebaut wurde. Historisch eindeutig belegt ist das Wirken der heiligen Thekla (erste Äbtissin des Benediktinerinnenklosters Kleinochsenfurth) und Kitzingens erster Äbtissin St. Adelheid, die als Begründerinnen des Weinbaus in Franken gelten (ca. 800 n. Chr.). Ihr segensreiches Wirken wäre jedoch ohne die Christianisierung Frankens nicht möglich geworden. In diesem Zusammenhang kommt insbesondere den drei Iroschotten Kilian, Kolonat und Totnan eine hohe Bedeutung zu, die um 600 bis 700 n. Chr. den christlichen Glauben nach Franken und Bayern trugen. Ihnen wird nachgesagt, sie hätten ihren Messwein noch im Reisegepäck mitgeführt. Um 800 n. Chr. erschienen auch die ersten schriftlichen Nachweise über den Weinbau in Franken, und zwar als erstes in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Fulda aus dem Jahr 777, welches das Königsgut Hammelburg mit acht Weinbergen (das heutige Schloss Saaleck mit dem Schlossberg) zugeeignet bekam. Würzburg folgte nur wenig später, am 14. des Weinmonds im 12. Regierungsjahr Karls des Großen, d. h. am 14. Oktober 779, wo es in einer auf Befehl des Kaisers angefertigten Markungsbeschreibung zwischen Würzburg und Randersacker heißt: "Danan in stachenhoug, danan in wolfgruoba, danan duruh den fredthantes wingarton mitten in die egga..." Der Weingarten des freien Franken Fredthant im Alandsgrund ist seither der erste schriftliche Beweis für Weinbau in Würzburg. Die Theorie eines wesentlich älteren Weinbaus in Franken wird in diesen beiden ersten Schriftquellen wieder deutlich untermauert, denn acht Weinberge und auch nur ein guter Weinberg entstehen nicht in einem Jahr. Darüber hinaus gibt es einen deutlichen Beweis kurz vor dem Jahr 800 n. Chr.: die Verordnung Karls des Großen "Capitulare de villis vel curtis imperii", welche besagt, in allen königlichen Gütern mehr Weingärten anzulegen - es gab also bereits welche. 

Wie aus Trauben Wein wird

Nach der Traubenernte werden die Trauben in einer Mühle vorsichtig gequetscht. Diese Maische wird dann gepresst, um den Most zu gewinnen. Der Rohmost wird anschließend gefiltert und geklärt (die Trübstoffe setzen sich ab), um ihn von Samen, Schalen und anderen Bruchstücken zu befreien. Normalerweise kann man diesen Most jetzt einfach sich selbst überlassen: Hefen, die auf den Traubenschalen sitzen und bei der Mostherstellung nicht abgetrennt wurden, übernehmen die alkoholische Gärung. Zu Beginn der Gärung sind noch die verschiedensten Hefen im Most enthalten.

Mit Zunahme des Alkoholgehaltes während des Gärprozesses sterben fast alle Hefen ab, nur die Weinhefe, die für die alkoholische Gärung verantwortlich ist, überlebt.


Die Weinhefe (Saccharomyces cerevisiae) ist eine alkoholtolerante Hefe, die in der Lage ist, den Zucker im Most in Alkohol umzuwandeln. Die natürliche Gärung ist sehr vielen Unsicherheitsfaktoren unterworfen. Niemand kann vorhersagen, welche Hefestämme auf den Trauben sitzen und ob sich nicht doch unerwünschte Wildhefen oder andere Organismen anstelle der Weinhefen durchsetzen. Deshalb werden heute in Deutschland 60 Prozent aller Moste mit Reinzuchthefen geimpft, um zu garantieren, dass eine gute, kontrollierte Gärung stattfindet. Neben der Hefe spielen auch noch andere Faktoren eine Rolle beim Gärprozess. Der zeitliche Ablauf wird im Wesentlichen durch die Temperatur bestimmt. Bei niedrigen Temperaturen verläuft die Gärung langsam und erzeugt einen hochwertigen Wein, bei Temperaturen über 30 Grad werden die Hefezellen geschädigt. Bei einem Alkoholgehalt von 17,5 Prozent bricht die Gärung von alleine ab. Nach Abschluss des Gärprozesses wird der Frankenwein in die für Franken typische Flaschenform, den Bocksbeutel, abgefüllt. 

Geschützte Spezialität

Frankenwein ist seit September 1973 als geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.) gemäß der Verordnungen für Weinbauerzeugnisse, (EG) Nr. 479/2008 und (EG) Nr. 607/2009, bei der EU eingetragen. 

Kontakte

Fränkischer Weinbauverband e.V.
Hertzstr. 12
97076 Würzburg
Telefon 0931/39011-0
www.frankenwein-aktuell.de 


Gebietsweinwerbung Frankenwein-Frankenland GmbH

Hertzstr. 12
97076 Würzburg
Telefon 0931/39011-0
www.frankenwein-aktuell.de 


Weinbauring Franken e.V.

Artur Baumann
Repperndorfer Str. 16
97318 Kitzingen
Telefon 09321/1344-0
www.weinbauring.de