Nürnberger Glühwein

Auf den Christkindlesmärkten wärmt Glühwein von innen

Der Begriff "Nürnberger Glühwein" entstand in den 1950er Jahren. Durch seine besondere Würzung mit Heidelbeeren erlangte er eine besondere Qualitätsstellung und hob sich von allen anderen bis dahin hergestellten Glühweinen deutlich ab. Glühwein wird am liebsten in der Weihnachtszeit und dann vor allem auf Christkindlesmärkten getrunken. Es handelt sich um einen mit verschiedenen Gewürzen verfeinerten Rotwein, der heiß getrunken wird. Der Alkoholgehalt liegt bei neun bis zehn Prozent.

Egal in welchem Jahrtausend: Was gut schmeckte, könnte auch noch besser schmecken. Und so haben schon die alten Griechen Wein mit Wasser, Honig und Gewürzen gemischt, denn je exotischer die Herkunft der Zutaten, desto besser die Weine. Auch die Römer zogen Mix-Weine dem reinen Wein vor und folgten dem Vorbild der Griechen, die als Feinschmecker des Altertums gelten könnten: Kulinarisches aus ihrem Land war im alten Rom gefragt. Eine Tradition, die sich über die Jahrhunderte bis heute gehalten hat. Karl der Große mochte Würz-Wein, ebenso der französische Sonnenkönig. Schon damals wurde dieser Wein warm getrunken.

Im späten Mittelalter galt: Wer reichlich gewürzten Wein anbot, war nicht nur steinreich, sondern auch gesellschaftlich anerkannt.


Da Gewürzspezialitäten aus Asien ein Vermögen kosteten wurde der Gastgeber nach der Menge der verabreichten Gewürze und nicht nach dem Geschmack des Glühweins gemessen. Ein weiterer Grund für die weite Verbreitung von gewürzten Weinen ist, dass die Weinherstellung zu so früher Zeit noch nicht "ausgereift" war und Wein keinen besonders guten Geschmack hatte.