Spalt Spalter

Spalter Hopfen

Ohne Hopfen kein Bier

Hopfen dient fast ausschließlich der Bierherstellung: Über 99 Prozent werden von der Brauwirtschaft nachgefragt. Pro Hektoliter Bier werden 150 bis 400 Gramm Hopfen verarbeitet. Ohne ihn wäre der ebenso charakteristische wie erfrischende Bitterton des Bieres undenkbar. Zwar wird Hopfen wegen seiner beruhigenden Wirkung auch in der Pharmazie verwendet, der Anteil an der deutschen Gesamtproduktion ist mit 0,5 Prozent jedoch sehr gering.

Die Spalter Hopfenpflanzer erzeugen hervorragende Rohstoffe für die Brauwirtschaft. Das haben sie in Jahrhunderten unter Beweis gestellt. Das Hopfenanbaugebiet Spalt zählt zu den kleinen, aber feinen und traditionsreichen Hopfenanbaugebieten. Schon seit über 1000 Jahren wird in dem Gebiet Hopfen angebaut. Hopfen aus der Stadt Spalt trägt das älteste Gütesiegel der Welt. Es wurde im Jahr 1538 vom Eichstätter Fürstbischof Philipp von Pappenheim der Stadt Spalt verliehen und zeugt vom Qualitätsbewusstsein der Spalter Hopfenbauern. Bereits im Mittelalter war der Spalter Hopfen eine begehrte Handelsware. Die feinen Hocharomasorten des Spalter Anbaugebiets eignen sich hervorragend zur Herstellung von Spitzenbieren.

Hopfen gehört zur Familie der Hanfgewächse (Cannabinaceae) und zur Ordnung der Nesselgewächse (Urticeae). Er ist eine zweihäusige Pflanze, d. h. weibliche und männliche Blüten befinden sich nicht auf derselben Pflanze. Nur die weiblichen Pflanzen bilden so genannte Hopfenzapfen (Lupuli strobulus) aus, die gewöhnlich auch als Hopfendolde oder Trolle bezeichnet werden. Im Gegensatz zum botanisch verwandten Hanf oder zur Brennnessel benötigt der Hopfen eine Stütze, um sich daran kletternd emporwinden zu können. Auf diese Eigenschaft spielt auch sein lateinischer Name "Humulus lupulus" an:

Wie ein kleiner Wolf umschlingt der Hopfen seine Stütze.


Im Gegensatz zum Wildhopfen, der sich an Sträuchern oder jungen Bäumen dem Himmel entgegenstreckt, werden für den Kulturhopfen Drahtgerüstanlagen verwendet. Der Hopfen ist eine perennierende Pflanze. Das bedeutet, dass alle oberirdischen Teile jährlich abgeschnitten werden oder absterben, während der Wurzelstock bis zu 20 Jahre erhalten bleibt. Aus diesem Wurzelstock entwickelt sich im Frühjahr die Hopfenrebe. Die Hopfenreben sind durch Knoten, die ihnen zusätzlichen Halt verleihen, bei voller Ausbildung in einem Abstand von etwa einem halben Meter untergliedert. Während der Wachstumszeit können diese Reben unter günstigen Bedingungen täglich bis zu 35 Zentimeter wachsen. Ende März bis April erfolgt das "Ausputzen" (Schneiden) des Hopfens, wobei nicht gewünschte, überflüssige Knospen und Triebe des Wurzelstocks entfernt werden. Das Ausputzen muss mehrmals wiederholt werden. Nach dem Schneiden wachsen erneut Triebe nach. Sie müssen - bis auf wenige gewünschte - entfernt werden. Von diesen werden zwei, manchmal auch drei im Uhrzeigersinn an den so genannten Aufleitdraht gewickelt. Während der Wachstumsperiode muss die Rebe wiederholt nachgeleitet werden. Daher stammt auch der Spruch: "Der Hopfen will jeden Tag seinen Herrn sehen." Ende Juni, Anfang Juli hat der Hopfen seine Gerüsthöhe erreicht. Er beginnt zu blühen. Die Blütezeit von drei bis vier Wochen geht über die Zeit der Ausdoldung bis hin zur Reife und dann zur Ernte. Die Dolde selbst ist der eigentliche Träger der brauwertvollen Stoffe des Hopfens.

Spalter Hopfen ist seit Oktober 2012 als geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.) gemäß der Verordung (EU) 1151/2012 bei der EU eingetragen (siehe Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1004/2012). Damit ist diese Bezeichnung in allen Mitgliedsstaaten der Gemeinschaft geschützt und darf nur von Erzeugern genutzt werden, die die Vorgaben des Einzigen Dokuments einhalten. Diese werden in einer jährlich von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft aktualisierten Herstellerliste veröffentlicht.

Verband Deutscher Hopfenpflanzer e.V.
Kellerstr. 1
85283 Wolnzach
Telefon 08442/957200
www.deutscher-hopfen.de