Unterfränkische Röhrlesbirne

Bis zum ersten Frost pflückbereit

Bis zum ersten Frost pflückbereit

Die unterfränkische Röhrlesbirne besitzt eine kleine und rundliche Außenform. Sie glänzt mit einer gelblich bis grünen Schale, welche in Sonnenrichtung eine leicht rötliche Färbung aufweist. Ein besonderes Merkmal der Birnensorte ist ihre robuste Art, welche bis zum ersten Frost an den Bäumen hängen bleibt. Ab Ende Oktober können die Früchte geerntet werden. Genießbar sind die Birnen bis etwa März. Allerdings ist es möglich, dass sie bereits im Januar beginnen sich leicht zu verfärben. Die Röhrlesbirne ist ein typisches "Kochobst": Gekocht, gedörrt oder auf eine andere Art zubereitet, ist sie ausgesprochen schmackhaft. Beim Kochen erhält sie zudem ein attraktives, leicht rötliches Aussehen. Zum rohen Verzehr dagegen eignet sich die saftige Röhrlesbirne nicht.

Eine lange verschollene unterfränkische Spezialität

Der Ursprung der Röhrlesbirne reicht weit über 200 Jahre zurück besonders im 19. Jahrhundert wurde die Birnensorte häufig angepflanzt. Heutzutage gilt sie als alte "verschollene" Nationalfrucht Unterfrankens, welche den Winter-Kochbirnen oder Gewürzbirnen zuzuordnen ist. Wegen ihrer hohen Fruchtbarkeit und Nützlichkeit in den Wintermonaten war die Birne bei den Einheimischen sehr beliebt. Speziell als Streuobst und zur Herstellung sortenreiner Destillate eignet sich die Röhrlesbirne sehr gut. Während einer Sortenkartierung 2007 im Landkreis Würzburg in Üngershausen konnten zwei Bäume der verschollenen Birnensorte ausfindig gemacht werden. Um den Bestand der unterfränkischen Nationalfrucht auszuweiten, werden nun Jungbäume herangezogen und an verschiedenen Standorten angesiedelt.