Iphöfer Echter-Berg

 

Iphöfer Julius-Echter-Berg

Namenspate der nahe des malerischen Städtchens Iphofen liegenden Weinlage Iphöfer Echter-Berg ist Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn. Bekannt ist er durch die Wiedereröffnung der Würzburger Universität 1582 – auf ihn geht das „Julius“ im heutigen Namen Julius-Maximilians-Universität (JMU) zurück – sowie durch das von ihm gestiftete Spital.

Keltertraubensorten, aus denen die Weine gewonnen werden, sind Weißer Burgunder, Riesling, Silvaner, Grauer Burgunder, Chardonnay, Gewürztraminer, Scheurebe und Blauer Spätburgunder.

Die Weinlage Iphöfer Echter-Berg liegt in der Übergangszone vom kühlgemäßigten, subozeanischen zum subkontinentalen Klima. Die Kennzeichen sind trockene und heiße Sommer. 

In dieser Region werden überdurchschnittliche Sommertemperaturen gemessen, so z. B. der Hitzerekord Deutschlands 2015 in Kitzingen: 40,3 Grad Celsius. 

Diese besonderen klimatischen Temperaturausprägungen gelten verstärkt für die Südflanke des Schwanbergs. Oberhalb der Weinberge befindet sich ein Waldgürtel, der die Lage vor kalten Nord- und Ostwinden schützt. Es herrschen so optimale kleinklimatische Bedingungen in dieser Lage, deren Steigung zwischen 20 und 60 Prozent beträgt.

Visueller Eindruck im Dronen-Video: https://vimeo.com/staatlicherhofkeller/iphoefer-julius-echter-berg

Die Keuperformationen im Gebiet des Steigerwaldes sind Teil der Gesteinsfolgen der erdgeschichtlichen Periode der Trias.

Die Lage Iphöfer Echter-Berg ist Teil dieser Formation mit einer besonderen topographischen Ausprägung, die auch für die Eigenart der hier erzeugten Weine bestimmend ist.

Die Tonschichten des Keupers, nach Süden und Westen ausgerichtet, bilden natürliche geologische Stufen für den Weinbau. Der graubraune Keuperboden speichert tagsüber Wärme und strahlt diese in der Nacht ab. Bedingt durch starke Steigung im Hang werden besonders viele Schichtungen angeschnitten und so ein hohes Lösen von mineralischen Komponenten aus den Keupertonschichten gefördert.

Der graubraune Keuperboden strahlt eine enorme Hitze aus und setzt ungeahnte, wilde Düfte frei.

Den hohen Extrakt und die mineralische Würze erhalten die Weine aus einem einzigartigen Sediment von grünem Schilfsandstein. Die dichten, aromatischen Weine, häufig mit Feuersteinnoten, gelten als besonders langlebig .

Der Weinbau erfolgt nach guter fachlicher Praxis. Eine nachhaltige Bewirtschaftungsweise ist angestrebt, das heißt: 

Teilweise Dauerbegrünung, umweltschonender Pflanzenschutz, möglichst Verzicht auf Herbizide, bewusste Ertragsbegrenzung. Klassische Methoden der Weinbereitung, natürliche gesteuerte und kontrollierte alkoholische Gärung, Feinhefelager, nur Verwendung von natürlichen Weinbehandlungsmitteln. 

Ausgeschlossen sind insbesondere neuere Verfahren der Weinbereitung, wie z. B. Konzentrierung oder Vakuumdestillation. Auch die Verwendung von künstlichen Weinbehandlungsstoffen, wie z. B. Holzchips, sind nicht erlaubt.

Die Weine vom Iphöfer Echter-Berg weisen höhere Extraktwerte auf, kommen zu einer höheren Traubenreife und nachfolgend zu einem höheren Gesamtalkoholgehalt.

Die Aromen sind intensiver und vielfältiger. Die Weinfarbe ist kräftiger und intensiver in ihrer Ausprägung. Der Weingeschmack ist komplexer, kräftiger und nachhaltiger. Ebenso zeigen die Weine ein größeres Lagerpotential.

Ein einzigartiges Sediment aus grünem Schilfsandstein sorgt für charakteristische, mineralische Noten in unserem herrlichen Silvaner – hier herrschen einfach optimale klimatische Bedingungen für den Weinbau. (Quelle: Staatlicher Hofkeller Würzburg)

Qualitätswein weiß

• Aussehen: Gelbgrün bis Goldgelb, grüne Reflexe. 
• Geruch: feine rebsortenspezifische Fruchtausprägung, vegetative, kräutrige Aromen, mineralisch, flintig, nussig, dezente Kernfruchtaromen. 
• Geschmack: hohe Dichte und Fülle, kräftig, gepuffert, harmonische Säurestruktur, kräftige, vom Keuperboden geprägte Mineralität, Flintnoten, nasser Stein, phenolische, zarte Bitternis, salziger Nachgeschmack, meist trockener Geschmack mit niedrigem Zuckergehalt.

Qualitätswein rot

• Aussehen: helles leuchtendes Rot, kräftiges Kirschrot, Burgunderrot. 
• Geruch: spätburgundertypische rebsortenspezifische Fruchtausprägung, reife Kirsche, Brombeere, Pflaume, Schwarze Johannisbeere, leicht kräutrig und animalisch. 
• Geschmack: mittlere Dichte, nicht zu kräftig, elegant, fein, vom Keuperboden geprägte Mineralität, leicht flintig, zarte Bitternis, salziger Nachgeschmack, leichte Bittermandel im Geschmack, immer trocken, keine Restsüße schmeckbar.

Für den Iphöfer Echter-Berg wurde am 20.09.2019 ein Antrag auf Schutz der Ursprungsbezeichnung (g. U.) gemäß Verordnung (EU) 1308/2013 gestellt. Status des Antragsverfahren: laufend.