Kulmbacher Anisstollen

Bratwurststollen, Stölla

Bratwurststollen

Der Kulmbacher Anisstollen (Kulmbach ist einer von 100 Bayerischen Genussorten) ist eine längliche Semmel, bestehend aus Weizenmehl, Wasser, Hefe, Malz, Salz und als Besonderheit mit Anis bestreut. Der Anisstollen schmeckt rösch und knusprig am besten zu Kulmbacher Bratwürsten, daher wird er meist Bratwurststollen genannt.

Die Geschichte hinter der Erfindung

Wann, wo, wie und durch wen der Bratwurststollen das Licht der Welt erblickte, ist leider nicht überliefert. Gesichert ist aber Folgendes: Brötchen waren in früheren Zeiten leichter und kleiner als heute. Daher ist es sicher, dass für das Einzwicken der beliebten Kulmbacher Bratwurst ein Labla (Brötchen) nicht in Betracht kam, da die Wurst zu weit herausragen und leicht abbrechen würde. Das Stölla (Stollen) mit seiner länglichen Form war hier wesentlich besser geeignet. So kamen die Kulmbacher auf die Idee, ein besonders großes Stölla speziell zum Verzehr von Bratwürsten zu entwickeln (Quelle: Genussregion Oberfranken).

Erwähnt wird der Bratwurststollen erstmals 1910 in einem Protokollbuch, er dürfte aber schon wesentlich älter sein.

In einem weiteren Protokoll von 1921 ist die Gebäckgröße mit 5 Laiblein a 30 g das Stück beschrieben und die Würzung mit Anis oder Kümmel. Heute gibt's den Bratwurststollen nur noch mit Anis bestreut. Die Würzung mit Kümmel hat sich nicht gehalten.

Co-Star der Bratwurst

Kulmbacher Bratwürste genießen bei den Einheimischen einen hohen Stellenwert – schließlich haben sie eigens für ihr kulinarisches Kulturgut dieses besondere Brötchen erfunden. Es harmoniert bestens mit der "eingezwickten" Fleischeinlage – heute spricht man von perfekten "food pairing".

Charakteristisch für den Bratwurststollen sind seine längliche Form und die Bestreuung mit Anis. Er ist etwa doppelt so groß wie eine normale Semmel.

Man isst ihn halbiert und aufgeschnitten mit zwei Bratwürsten oder im Ganzen aufgeschnitten mit drei Bratwürsten. Eine typische Bestellung an der Bratwurstbude lautet in Kulmbach also:

"A Boor im Halbm" oder "Drei im Ganzn".