Würzburger Stein-Berg

Würzburger Stein, Stein-Berg

Die Besonderheit der Qualitätsweine aus dem geschützten Gebiet Würzburger Stein-Berg wird in der fränkischen Literatur seit Jahrhunderten beschrieben. Unzählige Auszeichnungen und Ehrungen auf nationaler und internationaler Ebene sind ein Beleg der hohen Weinqualität.

Die jahrhundertelange Erfahrung der Winzer des Standorts spiegeln sich im Geschmack der Weine wider.

Das Gebiet ist gekennzeichnet durch einen sonnenreichen, sehr steilen Hang aus Muschelkalkstein und eine nach Süden geöffnete, muschelförmige Lage am Main, der als Wärmespeicher fungiert.

Der Würzburger Stein-Berg ist durch die klassische Talbildung von sogenannten Gleithängen (kurveninneres Ufer, Ablagerungsort) und Prallhängen (kurvenäußeres Ufer, Abtragungsort) charakterisiert. Sie entstanden vor etwa 2 Mio. Jahren durch eine Änderung der Fließrichtung des "Urmains", der ab dieser Zeit nicht mehr hin zur Donau, sondern zum Rhein hin entwässerte. Die einzigartige mäandernde Fließrichtung hat eine für den Weinbau besonders hochwertige Lage am Prallhang modelliert.

Die Lage zählt durch den extremen Steilanstieg und die hohlspiegelförmige Südwestausrichtung zu einer der hochwertigsten Lagen Deutschlands. 

Es ist die Bestätigung, dass der originäre Teil der berühmten Weinlage Würzburger Stein das höchste europäische Qualitätssiegel erhielt und damit auch den Namen: Würzburger Stein-Berg (ab 15. Dezember 2020 wirksam).

Bei der Abgrenzung des zukünftigen "Stein-Bergs" war zum einen die über Jahrhunderte entstandene Wein-Kompetenz der drei Güter von großer Bedeutung.

Zum anderen brachten Recherchen im Rahmen einer Diplomarbeit zum Master of Wine eine Lagenbonitierung der Lage Würzburger Stein zu Tage, welche diese Erfahrungswerte komplett bestätigte.

Die Summe aus geologischer Besonderheit der Lage, außergewöhnlichen Qualitätsfaktoren, traditionellem Know-how der Weinerzeuger und Einzigartigkeit der Weine führten letztendlich zum g.U.-Siegel und sind dessen Hauptkriterien (s.u.).

Die unmittelbare räumliche Nähe des Flusslaufes sowie die Nähe des urbanen Kleinklimas der Stadt Würzburg sorgen im Zusammenspiel für ein besonderes Mikroklima im Würzburger Stein-Berg, das maßgeblich Einfluss auf die Qualität der Weine nimmt.

Die Inklination (Einstrahlung) und die Exposition (Ausrichtung) nach Süden ermöglichen einen bestmöglichen Wärmeeintrag: Der Muschelkalkstein hat ein geringes Porenvolumen, dadurch eine hohe Lagerdichte bzw. ein hohes spezifisches Gewicht und somit eine hohe Wärmespeicherkapazität.

Die Wechselwirkungen von Ausgangsgestein, Bodenart, Kleinklima, Hangneigung und Hangausrichtung, Sonneneinstrahlung, Kaltluftschutz und Nähe zum Fluss prägen die Weine.

Die Weine sind würziger, fordernder und haben eine größere Salzigkeit auf der Zunge als jene der restlichen angrenzenden Flurstücke.

Das warme Kleinklima ermöglicht eine lange Vegetationszeit für eine lange Aromenbildung und eine lange Mineralstoffaufnahme in die Weinbeeren und den daraus gewonnenen Weinen.

Die Weine aus den gewonnenen Trauben des Gebiets sind reif, harmonisch, rund, tiefgründig und weisen einen Duft und Geschmack nach Feuerstein (flint) auf.

Durch die Ertragsbegrenzung auf maximal 5.000 Liter pro Hektar und Jahr sowie die Eingrenzung auf nur drei Rebsorten sichern die Erzeuger eine beständig hohe Qualität der Weine sowie ein

scharf abgegrenztes Rebsortenprofil: Die Rebsorten Silvaner, Riesling und Weißer Burgunder spiegeln das Terroir dieses Gebiets am besten wider.

Zum Vergleich: Bei Weinen aus den Weinbergen der Umgebung sind mehr als 70 Rebsorten sowie ein höherer Ertrag von 10.800 Liter pro Hektar und Jahr erlaubt. Die Bezeichnung "Würzburger Stein-Berg" beinhaltet ausschließlich Flächen der in der Weinbergsrolle eingetragenen Einzellage Würzburger Stein.

Es dürfen nur Weine mit dem Begriff des geschützten Gebiets bezeichnet werden, wenn die verarbeiteten Trauben von Rebstöcken stammen, die ein Mindestalter von acht Jahren seit Pflanzung im geschützten Gebiet erreicht haben.

Rebstöcke ab einem Mindestalter von acht Jahren gewährleisten durch eine bessere Durchwurzelung des Bodens eine höhere und stabilere Qualität der daraus gewonnenen Weine bei unterschiedlichen

Würzburger Stein-Berg ist seit 17. November 2020 als geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.) gemäß Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1308/2013 bei der EU eingetragen. Damit ist diese Bezeichnung in allen Mitgliedsstaaten der Gemeinschaft geschützt und darf nur von Erzeugern genutzt werden, die die Vorgaben des Einzigen Dokuments einhalten. Diese werden in einer jährlich von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft aktualisierten Herstellerliste veröffentlicht.