Kreuzberger Klosterbier

Kreuzbergbier

Handwerkliche Tradition auf heiligem Berg

Das Klosterbier wird seit jeher aus besten Rohstoffen hergestellt: mit Hallertauer Hopfen, Gerstenmalz (größtenteils) aus Franken und Wasser aus der eigenen Quelle. Es wird vor Ort gebraut, abgefüllt, ausgeschenkt und verkauft.

Die Bürger Bischofsheims (einer von 100 Bayerischen Genussorten) – und eigentlich alle Rhöner – sind stolz auf ihren Kreuzberg und ihr Klosterbier. Der spätere Kardinal Michael von Faulhaber († 1952) soll 1901 bei einem Besuch gereimt haben:

"Den Berg hinauf wallt ein langer Zug, die meisten zum Kreuze, fast alle zum Krug."

Derzeit leben im Konvent fünf Franziskaner. Das Tagwerk in Brauerei, Schänke und Pension wird von etwa 50 weltlichen Angestellten verrichtet – fünf weltliche Angestellte sind allein mit der Bierproduktion beschäftigt. Jahrhundertelang wurde das Bier von den Mönchen selbst gebraut. Mittlerweile sind weltliche Braumeister in zweiter Generation am Werk.

Vier Biersorten werden gebraut: Kreuzberger Klosterbier Dunkel (vielgerühmt, ganzjährig im Angebot), Kreuzberger Klosterbier Weihnachtsbock (Saisonbier, ab 1. Advent), Kreuzberger Klosterbier Pils (Saisonbier, ab Februar), Kreuzberger Klosterbier Hefeweißbier (Saisonbier, ab 1. Mai).

Geschichte

Im Jahre 1692 wurde von den Franziskanern an dem bereits bestehenden Wallfahrtsort auf dem Kreuzberg (ca. 900 m) nach elfjähriger Bauzeit ein Kloster errichtet.

Anno 1731 erfolgte die Angliederung der Klosterbrauerei. Im Gegensatz zu vielen anderen bayerischen Klöstern wurde das Kreuzbergkloster nicht durch die Säkularisation aufgehoben. Nur die Wallfahrt wurde untersagt - eine Regelung, die nach dem Wiener Kongress (1814-1815) wieder aufgehoben wurde. Der Fortbestand des ursprünglich zum Aussterben bestimmten Klosters wurde per Dekret vom 30. September 1826 gesichert. So ist die Brauerei bis heute im Besitz der Bayerischen Franziskaner geblieben.

Das historische Brauhaus wurde 1954 erstmals erneuert. Seit 1990/91 wird mit vollautomatisierten Anlagen gebraut. Durch zusätzliche Investitionen konnte eine Stilllegung des Betriebes verhindert und ein weiterer Umbau 2001 abgeschlossen werden.

Wirtschaftlicher Druck?

Die Franziskaner (Bettelorden) legen großen Wert darauf, dass Konvent und Wirtschaft keine wirtschaftliche Einheit bilden. Entsprechend gestalten sich die Preise in der Schänke besucherfreundlich. Erwirtschaftete Gewinne werden reinvestiert und in Modernisierungs- und Erweiterungsmaßnahmen gesteckt. Des Weiteren beteiligt sich der Konvent finanziell an den Provinzaufgaben und der Missionsarbeit.

Früher gab man das Bier sogar kostenlos an Pilger ab, die sich dann meist großzügig zeigten und neben den leeren Maßkrügen ein Biergeld hinterließen. Dieser Brauch hielt sich bis etwa 1920. Leider führte ansteigender Missbrauch dazu, dass das Bier fortan nur noch entgeltlich ausgeschenkt wurde.

Brauerei in schönster Lage

Der Kreuzberg hat sich durch seine schöne landschaftliche Lage zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelt, von dem auch das Kloster profitiert.

Dies macht sich auch in der Brauerei bemerkbar. Der jährliche Bierausstoß hat sich in den letzten Jahrzehnten auf rund 8500 hl erhöht. Das Bier der Klosterbrauerei wird fast ausschließlich in Fässer abgefüllt. Hiervon gelangt rund ein Drittel in die Klosterschänke. Der Rest wird an Liebhaber und Gastronomiebetriebe in der Region verkauft. Ein kleiner Anteil wird an benachbarte Franziskanerklöster abgegeben.

Das Kreuzberger Klosterbier ist im Bewusstsein der einheimischen Bevölkerung wie auch der Gäste seit Jahrhunderten fest verankert.