Eisbock

Stärker als ein Doppelbock

Stärker als ein Doppelbock

Der Eisbock ist eine hoch konzentrierte Starkbier-Spezialität, die es insbesondere in den kalten Monaten Oktober bis März gibt. Das untergärige Bockbier weist einen süßlichen Geschmack auf. Hinsichtlich Stammwürze und Alkoholgehalt übertrifft es sogar den Doppelbock. Sein hoher Stammwürzegehalt von meist 25 Prozent macht den Eisbock zu einem sehr malzigen, karamelligen Genuss. Mit seinem Alkoholgehalt von acht bis neun Prozent ist er leichten Weinen schon sehr nahe. Der Eisbock besitzt eine sehr dunkle Farbe.

Ein Gesellenmissgeschick mit süffigem Ergebnis

Die Entstehung des Eisbocks geht auf die Faulheit eines Brauereigesellen im oberfränkischen Kulmbach zurück. Eines Tages nach langer Arbeit hatte dieser keine Lust mehr, die im Brauereihof lagernden Fässer in den Keller zu rollen. In der frostigen, kalten Winternacht gefror das Bier und die hölzernen Fässer barsten. In der Mitte des Eisblocks hatte sich ein, aufgrund des hohen Alkoholgehalts nicht gefrorenes Konzentrat angesammelt. Der Braumeister, wütend über den Verlust des Bieres, befahl dem Gesellen zur Strafe, den braunen Inhalt der Eisblöcke auszutrinken. Doch von Strafe konnte keine Rede sein: Im Innern des Eises hatte sich ein süßes, malziges, schweres aber süffiges Bier angereichert. Bis heute erfolgt die Herstellung nach dem Muster des Gesellenmissgeschicks. Durch Gefrieren wird dem kräftig eingebrauten Starkbier Wasser entzogen, wodurch der Alkoholgehalt ansteigt.

Bayern blickt auf jahrhundertelange Brautradition zurück

Bayern besitzt die größte Brauereidichte der Welt - ca. 620 Brauereien gibt es hier. Die Qualität und das Ansehen von Bayerischem Bier sind vor allem auf die jahrhundertelange Brautradition zurückzuführen. In Bayern ist auch der älteste Nachweis des Bierbrauens in Deutschland zu finden: 1935 grub man in der Nähe von Kulmbach in Oberfranken Bieramphoren aus der frühen Hallstattzeit (800 v. Chr.) aus. Die älteste in Bayern noch bestehende Brauerei ist die Klosterbrauerei Weihenstephan. Offiziell wurde in Weihenstephan im Jahr 1040 n. Chr. mit dem Brauen begonnen. In diesem Jahr gelang es Abt Arnold, der Stadt Freising das Brau- und Schankrecht abzunehmen. Tatsächlich wurde die Braukunst in Weihenstephan aber schon 725 n. Chr. begründet, als der heilige Korbinian ein Benediktinerkloster auf dem Nährberg gründete.

Das Reinheitsgebot gilt auch heute noch

Herzog Wilhelm IV. von Bayern erließ im Jahre 1516 das bekannte Bayerische Reinheitsgebot. Dieses gibt bis heute vor, dass für Bayerisches Bier nur Wasser, Malz, Hopfen und Hefe verwendet werden dürfen. Aus dem geschroteten Malz und Wasser wird die Bierwürze hergestellt. Diese wird anschließend unter Zugabe von Hopfen gekocht, wobei der Braumeister durch die Kochdauer und Temperatur je nach Rezeptur die Stammwürze, d.h. die spätere Stärke des Bieres, festlegt. Anschließend wird die Bierwürze abgekühlt und in Gärbottiche abgefüllt. Durch die Zugabe von Hefe erfolgt die Vergärung des Malzzuckers zu Alkohol und Kohlendioxid. Anschließend reift das Jungbier eine bestimmte Zeit in Lagertanks, ehe es filtriert bzw. unfiltriert in Gefäße abgefüllt wird.

Kontakte

Verein zur Förderung der Fränkischen Braukultur e.V.
Sudetenstr. 27
91096 Möhrendorf
Telefon 09131/440872
www.braukultur-franken.de

Bayerischer Brauerbund e.V.
Oskar-von-Miller-Ring 1
80333 München
Telefon 089/286604-0
www.bayerisches-bier.de