Hersbrucker Hopfen

Ohne Hopfen kein Bier

Ohne Hopfen kein Bier

Hopfen dient fast ausschließlich der Bierherstellung: Über 99 Prozent werden von der Brauwirtschaft nachgefragt. Pro Hektoliter Bier werden 150 bis 400 Gramm Hopfen verarbeitet. Ohne ihn wäre der ebenso charakteristische wie erfrischende Bitterton des Bieres undenkbar. Zwar wird Hopfen wegen seiner beruhigenden Wirkung auch in der Pharmazie verwendet, der Anteil an der deutschen Gesamtproduktion ist mit 0,5 Prozent jedoch sehr gering.

Einst wichtigstes Hopfenanbaugebiet

Neben Spalt und Neustadt an der Aisch war die Region im Umkreis der Stadt Hersbruck im vergangenen Jahrhundert eines der wichtigsten mittelfränkischen, wenn nicht sogar bayerischen Hopfenanbaugebiete. Diese Vormachtstellung verlor Hersbruck allmählich um die Wende zum 20. Jahrhundert, als sich die Hallertau zum größten deutschen Hopfenproduktionsgebiet entwickelte. Um die Echtheit des Hersbrucker Hopfens zu schützen, wurde der Stadt Hersbruck, dem Beispiel der Stadt Spalt folgend, 1731 das Siegelrecht verliehen. 1929 wurden bei der Festlegung der Herkunftsbezeichnungen im Hopfenherkunftsgesetz der Name des ältesten Siegelortes des Gebietes Hersbruck und seine wichtige Lage im "Gebirge", der Hersbrucker Schweiz oder Alb, zu der Gebietsbezeichnung "Hersbrucker Gebirge" zusammengefügt. Diese Namensgebung hat sich für das östlich von Nürnberg gelegene Anbaugebiet bis heute erhalten.

Der Hopfen will seinen Herrn jeden Tag sehen

Hopfen gehört zur Familie der Hanfgewächse (Cannabinaceae) und zur Ordnung der Nesselgewächse (Urticeae). Er ist eine zweihäusige Pflanze, d. h. weibliche und männliche Blüten befinden sich nicht auf derselben Pflanze. Nur die weiblichen Pflanzen bilden so genannte Hopfenzapfen (Lupuli strobulus) aus, die gewöhnlich auch als Hopfendolde oder Trolle bezeichnet werden. Im Gegensatz zum botanisch verwandten Hanf oder zur Brennnessel benötigt der Hopfen eine Stütze, um sich daran kletternd emporwinden zu können. Auf diese Eigenschaft spielt auch sein lateinischer Name "Humulus lupulus" an:

Wie ein kleiner Wolf umschlingt der Hopfen seine Stütze.


Im Gegensatz zum Wildhopfen, der sich an Sträuchern oder jungen Bäumen dem Himmel entgegenstreckt, werden für den Kulturhopfen Drahtgerüstanlagen verwendet. Der Hopfen ist eine perennierende Pflanze. Das bedeutet, dass alle oberirdischen Teile jährlich abgeschnitten werden oder absterben, während der Wurzelstock bis zu 20 Jahre erhalten bleibt. Aus diesem Wurzelstock entwickelt sich im Frühjahr die Hopfenrebe. Die Hopfenreben sind durch Knoten, die ihnen zusätzlichen Halt verleihen, bei voller Ausbildung in einem Abstand von etwa einem halben Meter untergliedert. Während der Wachstumszeit können diese Reben unter günstigen Bedingungen täglich bis zu 35 Zentimeter wachsen. Ende März bis April erfolgt das "Ausputzen" (Schneiden) des Hopfens, wobei nicht gewünschte, überflüssige Knospen und Triebe des Wurzelstocks entfernt werden. Das Ausputzen muss mehrmals wiederholt werden. Nach dem Schneiden wachsen erneut Triebe nach. Sie müssen - bis auf wenige gewünschte - entfernt werden. Von diesen werden zwei, manchmal auch drei im Uhrzeigersinn an den so genannten Aufleitdraht gewickelt. Während der Wachstumsperiode muss die Rebe wiederholt nachgeleitet werden. Daher stammt auch der Spruch: "Der Hopfen will jeden Tag seinen Herrn sehen." Ende Juni, Anfang Juli hat der Hopfen seine Gerüsthöhe erreicht. Er beginnt zu blühen. Die Blütezeit von drei bis vier Wochen geht über die Zeit der Ausdoldung bis hin zur Reife und dann zur Ernte. Die Dolde selbst ist der eigentliche Träger der brauwertvollen Stoffe des Hopfens.

Kontakte

Verband Deutscher Hopfenpflanzer e.V.
Kellerstr. 1
85283 Wolnzach
Telefon 08442/957200
www.deutscher-hopfen.de