Alter fränkischer Satz

Sortenvielfalt im Satz

Der Alte fränkische Satz besteht aus mehreren historischen fränkischen und klassischen Rebsorten:

  • alte: Weißer Elbling, die Silvaner-Varietäten Grüner, Gelber, Roter und Blauer Silvaner; Gewürztraminer, Gelber Traminer, Riesling, Weißer und Roter Gutedel, Gelber Muskateller, Weißer Burgunder und Spätburgunder
  • historische: Adel- und Vogelfränkisch, Kleinberger, Heunisch, Hartblau und Süßrot.

Darüber hinaus finden sich weitere Rebsorten, z. B. Tauberschwarz, Möhrchen oder Putzschere in den Weinbergen.

Die Reben wurden durcheinander im Weinberg gepflanzt, was einen Austausch auch über die Wurzeln und Mykorrhiza (Bodenpilze) ermöglichte. Jede Rebe wurde an jeweils drei Holzpfählen gezogen: einer befand sich unterhalb, einer am und einer oberhalb des Rebkopfes. Im Herbst wird mit Laub und Erde zum Schutz vor strengen Frösten abgedeckt; die Pfähle werden gezogen und auf Haufen gelegt, um im folgenden Frühjahr in mühevoller Arbeit wieder eingeschlagen zu werden.
Die Kopferziehung ist bei Neuanlagen heute nicht mehr gestattet, da wegen der Gefahr des Reblausbefalls keine wurzelechten Sorten mehr gepflanzt werden dürfen. Außerdem werden die Anlagen mit Drahterziehung angelegt, was eine leichtere Bearbeitung ermöglicht.

Der Alte fränkische Satz hat damit ein Alleinstellungsmerkmal innerhalb des deutschen Weinbaus.

Ein einheitlicher Geschmack ist aufgrund der unterschiedlichen Rebsortenzusammenstellungen und den verschiedenen Reifegraden innerhalb der jeweiligen Klimazonen des fränkischen Anbaugebietes nicht gegeben.

Sehr individuelle und authentische Weine, die sehr gute Terroiranzeiger sind.

Hinsichtlich der Aromatik sind die Weine vielschichtig und facettenreich, mit einem komplexen Weingeschmack, der sehr nachhaltig und mineralisch ist.

Es gibt drei Kriterien für den „Alten fränkischen Satz“:

  1. Sortenprofil: von der Bayerischen Landesanstalt für Wein-und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim vorgeschlagen.
  2. Pflanzung: eine gemischte, nicht zeilenweise Pflanzung der Reben.
  3. Gemeinsame Lese und Vinifizierung der Trauben.

Der Alte fränkische Satz ist ein Passagier der Arche des Geschmacks. Das internationale Projekt der Slow Food Stiftung für Biodiversität schützt weltweit über 4.500 regional wertvolle Lebensmittel, Nutztierarten und Kulturpflanzen vor dem Vergessen und Verschwinden, die unter den gegenwärtigen ökonomischen Bedingungen am Markt nicht bestehen oder "aus der Mode" gekommen sind.

Convivium Mainfranken Hohenlohe

Gerd Sych
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