Bayerischer Bierbrand

Bayrischer Bierbrand

Harmonie zwischen Bier und Brand

Der Bayerische Bierbrand ist eine traditionelle hocharomatische Spezialität aus der Veredelung von Bayerischen Bieren. Nach Jahren geringer Marktpräsenz findet diese Spezialität heute immer mehr Liebhaber.

Früher war der Bierbrand häufig das Produkt aus der Kooperation kleinerer Handwerks- und Klosterbrauereien mit örtlichen Brennern, die das "Tropf-" bzw. "Rückbier" oder Bier, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten war weiterverarbeiteten. Heute hingegen ist frisches Bier als Ausgangsstoff für den Bierbrand zwingend gesetzlich vorgeschrieben.

 

"Was dem Wein ist sein Weinbrand, ist dem Bier sein Bierbrand. [...]"

Die Bayerischen Bierbrände zeichnen sich entsprechend der zugrundeliegenden Vielfalt an bayerischen Bieren durch eine sehr breite Aromenvielfalt aus, die durch Hopfen, Hefe und Malz hervorgerufen wird. Da Malz bekanntlich die Seele des Bieres ist, bestimmt die individuelle Zusammenstellung der Malzschüttung des Bieres sowie die Hopfung den Chrarakter des Bierbrandes. Entsprechend werden sogar extra individuelle komponierte Sude von Bayerischen Bieren eingebraut, die dann ganz spezielle Bierbrände hervorbringen.

Die jeweilige Frucht des Getreides, der Malzanteil und die Malzusammenstellung des Ausgangsbieres ergeben die Aromabestandteile. Dadurch lässt sich eine nahezu unendliche Bandbreite von Aromen in Bierbränden konzentrieren: von süßlichen Malz- über Karamell- und Röstaromen bis hin zu Frucht- und Nussaromen ist alles dabei.

Die Vielfalt Bayerischer Biere ist groß: Weißbier, Helles, Export, Fastenstarkbiere in der Fastenzeit (Bockbiere wie Josephi-Bock ab Mitte März oder Maibock ab Mitte April), leichte Sommerbiere in den heißen Monaten, Festbiere ab Mitte September, oder etwas stärkere, und oft dunklere Winterbiere. Entsprechend groß ist auch die Auswahl an Aromaessenzen, die die Bayerischen Bierbrände ausmachen.

Die Vielfalt und besondere Qualitäten der Bayerischen Biere bewirkt die Vielfalt der Aromen in den Bränden.

Bierbrand darf nicht aromatisiert werden (Verordnung (EG) Nr. 110/2008) und darf nur zugesetzte Zuckerkulör (Karamell) zur Anpassung der Farbe enthalten.

Bierbrände sind immer die Aromaessenzen ihres Ausgangsbieres. Das zugrunde liegende Bier sollte besonders aromaintensiv sein und – wichtig – frisch sein, denn bei altem Bier werden bei der Hefezersetzung eher dumpfe Aromen erschaffen.

Dies kann im Roh- oder Feinbrand- oder Kolonnenverfahren erfolgen. Die richtige Vorlauf- und Nachlaufabtrennung ist entscheidend.

Nach ausreichender Lagerung wird der Bierbrand auf eine genussreiche Trinkstärke heruntergesetzt. Er muss so destilliert sein, dass er die geschmacklichen Merkmale von Bier aufweist und der Mindestalkoholgehalt 38 %vol (max. 86 %vol) beträgt.