Coburger Fuchsschaf

Coburger Fuchs, Füchse, Fränkisches Schaf

Rot wie der Fuchs

Das Coburger Fuchsschaf ist ein historisch in den kargen Mittelgebirgslandschaften der fränkischen Regionen Bayerns und der gesamten Rhön verbreitetes schlichtwolliges deutsches Landschaf. Mit einer Widerristhöhe von 68 bis 80 cm sind sie als mittelgroß einzustufen. Die Schafböcke erreichen ein Gewicht von bis zu 105 Kilogramm, während Muttertiere mit 60 bis 85 Kilogramm deutlich leichter sind.

Die Lämmer der Coburger Füchse werden in einem kastanien- bis rotbraunen Farbton geboren. Ab dem 5. Monat entwickelt sich das zunächst leicht rötliche und später goldene Vlies.

Die Böcke lassen sich durch ihre Größe und zum Teil - von der Herdbuchzucht zugelassene - rote Haarmähne gut unterscheiden. Jedoch ist diese ursprüngliche Ausprägung bei einigen Züchtern unbeliebt und wird deshalb kaum auf Auktionen angeboten.

Weitere Charakteristika sind die Ramsnase - eine dezent nach außen gewölbte Nasenpartie - sowie leicht abstehende Ohren und die Hornlosigkeit. Die Tiere haben vergleichsweise schmale Beine und Köpfe - beides zwar rotbraun behaart, aber wolllos.

Seine Wolle rettete ihm das „Fell“

Der schwäbische Tuchmachermeister Otto Stritzel gilt als Retter der besonderen Rasse. Er begann in den 40er Jahren Coburger Füchse für die Herstellung von Tweedstoffen zu züchten. So brachte er sie über den 2. Weltkrieg. Andernfalls wäre die Rasse den nationalsozialistischen reinrassigen Tierzuchtzielen zum Opfer gefallen.

Anfang des 20. Jahrhunderts machten die Coburger Füchse in und um Coburg rund 60 Prozent des Schafbestandes aus. Aber in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden die Tiere zunehmend unrentabel, sodass ihre Haltung rapide einbrach.

"Dass es heute bundesweit noch rund 4.000 Tiere gibt, ist dem langen Atem der Schäferinnen und Schäfer zu verdanken." (Anita Idel, Slow Food PM vom 15.10.2018)

Nicht nur die Wolle ist interessant

Mit seiner Geschmacksqualität, Feinfaserigkeit und Zartheit gilt das Fleisch unter Kennern als sehr beliebt. Genau hier herrscht aktuell noch Optimierungsbedarf: Öffentlichkeitsarbeit, neue Vermarktungsideen und letztlich die Partner aus der Gastronomie sind wichtige Multiplikatoren.

Das wachsende gesellschaftliche Interesse für regionale Erzeugnisse und Biodiversität gilt es zukünftig zu nutzen.

Genetische Vielfalt stärker fördern

Laut Expertenmeinungen ist die genetische Vielfalt der Coburger Füchse nur zu erhalten, wenn in der leistungsorientierten Zucht möglichst alle Typen und Farbschläge erhalten bleiben, zum Beispiel auch die weniger beliebten Böcke mit Mähne in die Zucht integriert werden.

"Mit seinem robusten und genügsamen Charakter ist es besonders für die Landschaftspflege geeignet."

Profunde Beratung erhalten Züchter von der staatlichen Fachberatung und der Bayerischen Herdbuch-Gesellschaft für Schafzucht e. V., die sich verantwortlich für knapp 50 Coburger-Füchse-Mitgliedsbetriebe zeichnet - die meisten aus Franken. Auch das Bayerische Landwirtschaftsministerium wirkt der Gefährdung entgegen und zahlt Züchtern eine Prämie von € 25 pro Herdbuchtier. Das bayerische Herdbuch zeigt aktuell 80 Böcke und 1.851 Muttertiere.

Geschützte Spezialität

Das Coburger Fuchsschaf ist ein Passagier der Arche des Geschmacks. Das internationale Projekt der Slow Food Stiftung für Biodiversität schützt weltweit rund 4.900 regional wertvolle Lebensmittel, Nutztierarten und Kulturpflanzen, die unter den gegenwärtigen ökonomischen Bedingungen am Markt nicht bestehen oder "aus der Mode" gekommen sind.

Kontakt

Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)
Institut für Tierzucht (ITZ)
Prof.-Dürrwaechter-Platz 1
85586 Grub-Poing

Bayerische Herdbuchgesellschaft für Schafzucht e.V.
Senator-Gerauer-Str. 23a
85586 Grub / OT Poing