Dinkelsbühler Karpfen

Blausieder

Spezieller Karpfen der Stadtfischer

Spezieller Karpfen der Stadtfischer

Der Dinkelsbühler Karpfen ist eine besondere Karpfenzüchtung. Er ist an dem weniger stark ausgeprägten Buckel zu erkennen. Die Fischerei in und um Dinkelsbühl hat eine alte Tradition. Im Jahr 1550 gab es in dieser Region "soviel Weiher als Tage im Jahr". Die Bedeutung der Fischerei für die Stadt und ihre Bürger ist auch an den städtischen Verordnungen und aus Pachtverträgen erkennbar: Den Fischern wurden Auflagen erteilt, dass die Fischmärkte am Dienstag und Freitag ein ausreichendes Angebot enthalten mussten, damit die Bürger - geistliche und weltliche, reich und arm - versorgt werden konnten.

Die Fischer waren auch vertraglich gehalten, jederzeit eine bestimmte Anzahl von "Verehrungs- und Schenkfischen" bereit zu halten.


Die Weiher wurden nicht nur zur Fischzucht angelegt, sie dienten auch zur Verstärkung der Befestigungsanlagen, als Trinkwasserreserve, als Tränk- und Gänseweiher, als Wasserreserve zur Brandbekämpfung und zur Nutzung der Wasserkraft. Die Wasserkraft der Mühlweiher wurde nicht alleine zum Mahlen genutzt, sie diente gleichzeitig oder ausschließlich als Kraftquelle für das Handwerk. Die Anzahl der Weiher hat sich im Laufe der Jahrhunderte durch verschiedene Umstände verringert. Vielfach findet man Flurnamen oder Namen von Waldstücken, die auf ehemalige Weiherbereiche hinweisen, z. B. Karmelitenweiher. Bis zum heutigen Tag zählt der Dinkelsbühler Raum - neben dem Aischgrund und der Oberpfalz - zu den großen Teichgebieten in Bayern. Bis 1985 wurden von den Dinkelsbühler Berufsfischern Renken für den Besatz oberbayerischer Seen gezüchtet. Anfang des 20. Jahrhunderts züchtete der aus Dinkelsbühl stammende Landesökonomierat Max Scheuermann aus der alten Landrasse heraus den "frohwüchsigen Dinkelsbühler Karpfen".   

Zubereitung nach Art des Hauses

Der Dinkelsbühler Karpfen braucht drei Sommer, bis er sich zum gewünschten eineinhalb Kilogramm schweren Speisefisch entwickelt hat. Er wird auf vielfältige Weise - von gebacken bis blau - zubereitet. Der blau gesottene Karpfen wird in einer Reihe von regionalen Wirtshäusern als Spezialität angeboten, wobei die Zugaben zum Sud (Essig, Wein, Gewürze) nach Art des Hauses variieren. Grundsätzlich sollte man Karpfengerichte in den Monaten mit dem Buchstaben "r", also September bis April, verzehren. Das Abfischen der Weiher beginnt im September. Ende Oktober/Anfang November gibt es in Dinkelsbühl eine Fischernte-Woche mit einer Schauanlage am Marktplatz und einer Reihe von Veranstaltungen.