Ansbacher Bratwurst

Ansbacher Bratwürste

Älteres Reinheitsgebot als Bier

Wie der Name unschwer erraten lässt, ist die Ansbacher Bratwurst eng mit der Stadt Ansbach (Ansbach ist einer von 100 Bayerischen Genussorten) verbunden. Im "Bratwurstland Franken" genießt die Ansbacher Bratwurst durch ihre Größe und Würzung ein deutliches Alleinstellungsmerkmal. Das grobe Schweinefleisch und die pikante - je nach Hersteller leicht variierende - Gewürzmischung verleihen der Ansbacher Bratwurst ihren unverwechselbaren Charakter.

Im Jahr 1430 war die erste urkundliche Erwähnung. Im Ansbacher Stadtbuch heißt es:

"drey protwurst sullen ein pfunt wegen".

Folglich wurde bereits vor Jahrhunderten das Gewicht genau vorgeschrieben und Ende des 15. Jahrhunderts, weiterhin festgelegt:

"Es sollen all wurst nit anders dann von schweinem fleisch gemacht werden."

Das Verbot des Beimischens von Blut, Lunge oder Leber sowie anderer Bindemittel trat im 16. Jahrhundert in Kraft.

Letztendlich zählt damals wie heute die Qualität der Bratwurst. Dazu wird auch heute ausschließlich Schweinefleisch, d. h. magere Schweineschulter, gut durchwachsener Schweinebauch ohne Sehnen, Knorpel und Schwarten, verwendet. Die Zubereitung des "Gehäcks" (roher Wurstteig) und dessen Konsistenz sind weitere wichtige Qualitätsfaktoren. Wichtig hierbei: nicht zu fett und nicht zu fein.

Traditionelles Ernährungshandwerk

Hergestellt wird die Ansbacher Bratwurst in Handarbeit, von den örtlichen Metzgern und Gastronomen: Das Fleisch, bevorzugt aus heimischer Landwirtschaft, wird durch den Fleischwolf gedreht und gut vermengt.

Eingefüllt wird das Bratwurstgehäck in den sogenannten Bändeldarm (Schäldarm), der auch vom Schwein stammt (nicht vom Schaf).

Dies wird hauptsächlich im Ansbacher Raum so praktiziert und ist ein besonderes Qualitätsmerkmal. Die Gewürzmischung besteht traditionell aus Salz, Pfeffer, Piment und Majoran. Auf Basis dieser Grundgewürze entwickelte jede Ansbacher Metzgerei seitjeher ihr eigenes Hausrezept. Das garantiert die Geschmacksvielfalt innerhalb der Ansbacher Bratwürste. Vielfältig ist auch ihre Zubereitungsart:

bei der gebratenen Wurst ist lokale Eigentümlichkeit, dass sie in der Pfanne knusprig gebraten wird und nicht, wie in anderen Gegenden, über dem offenen Feuer.

Fester Bestandteil der Gastronomie

Gebratene Bratwürste mit Sauerkraut und Schwarzbrot, Kartoffeln oder Kartoffelsalat finden sich auf nahezu jeder Speisekarte und gilt als echter Klassiker.

Die Ansbacher Bratwurst ist fester Bestandteil auf den Speisekarten der lokalen Restaurants und als örtliche Spezialität nicht wegzudenken.

Je nach Restaurants sind aber meist noch weitere Verarbeitungsarten auf der Karte zu finden, wie die Sauren Bratwürste (Blaue Zipfel), die Geräucherten Bratwürste (Schlotengel) oder Bratwürste in Sülze (gebratene Bratwurst eingelegt in Aspik mit Gemüsestreifen, Gewürzgurken und Eischeiben). Viele Einheimische mögen auch gerne ein "Katzbrot" - eine Scheibe rustikales Brot, bestrichen mit Bratwurstgehäck.

Eine touristische Attraktion

Seit 2011 können Touristen an der "Ansbacher Bratwurstführung" teilnehmen und Wissenswertes, Historisches und Kurioses über die Ansbacher Bratwurst erfahren - Verkostungen der verschiedenen Zubereitungsarten natürlich inklusive. Eine historische Bratwurstküche, mit speziell eingerichteter Riechstation für die verwendeten Gewürze, erwartet die Teilnehmer im Markgrafenmuseum.

Auch Gasthäuser bieten kulinarische Veranstaltung rund um das Thema Bratwurst in Ansbach an, wie z. B. "Bier und Brodworschd von do".

 

Kontakt

Amt für Kultur und Tourismus

Johann-Sebastian-Bach-Platz 1

91522 Ansbach

Telefon: 0981 51-241

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